Überprüfungspflicht für Elektrische Anlagen in zahnärztlichen Praxen

Die Einrichtung einer Zahnarztpraxis stellt eine hohe Investition da, die sich aus einer Vielzahl an elektrischen Diagnose- und Behandlungsgeräten zusammensetzt. Um das reibungslose und sichere Funktionieren der Geräte zu gewährleisten, bedarf es einer Regelmäßigen Kontrolle (Elektro- TÜV).

Nicht zuletzt wegen der strengen Auflagen für das Elektrohandwerk weist Deutschland eine verhältnismäßig kleine Anzahl an Brand- und Elektrounfällen durch technisches Versagen auf.

Was im Privaten Haushalt der eigenen Verantwortung überlassen ist und oft mittels der privaten Hausratsversicherung geregelt werden kann, muss in einer ärztlichen Praxis mit Publikumsverkehr und einer Fülle verschiedenartigster elektrischer Geräte strengen gesetzlichen Auflagen folgen, da der Arzt die Verantwortung für Patient und Mitarbeiter trägt.

Die Berufssicherheitsverordnung (BGV A3) sieht bei Stromunfällen immer den Unternehmer als Hauptverantwortlichen und hat ihm daher die sicherheitstechnische Prüfung der elektrischen Anlagen und Geräte in gesetzlich vorgeschriebenen Zeitabständen auferlegt. Für ortsfeste Anlagen ist die Prüfung alle 4 Jahre, für bewegliche elektrische Geräte grundsätzlich jährlich (in Absprache mit der Zahnärztekammer zumindest alle 2 Jahre) vorgeschrieben. Der Nachweis zur Überprüfung der elektrischen Anlage und Geräte erfolgt mit einem Messprotokoll. Die Prüfung und Messung muss eine Elektrofachkraft (Meisterbetrieb) übernehmen. Die Messprotokolle gelten als Urkunde. Sie werden von der Berufsgenossenschaft sowie von der Zahnärztekammer überprüft.

Behörden und Versicherungen sind gegenüber dem Unternehmer mit dem Vorwurf von Pflichtverletzungen, Fahrlässigkeit oder Gesetzesverstößen schnell bei der Hand. Die Versicherung entzieht sich gern der Schadensregulierung bei nicht vorhandenen Protokollen über die vorschriftsmäßige Messung und Prüfung der elektrischen Anlagen und Geräte. Umgekehrt lassen Versicherungen oftmals über günstigere Konditionen mit sich reden, wenn eine ärztliche Praxis die Geräte und Anlagen regelmäßig prüfen lässt.

Oft werden solche Prüfungen als lästig empfunden oder geraten in Vergessenheit, zumal dem Unternehmer durch die Prüfung Kosten entstehen. Der Schadensfall ist bei Nichteinhaltung der Bestimmung jedoch oft kostspieliger und erheblich schwieriger zu regulieren.

Meisterbetriebe des Elektrohandwerks bieten vereinzelt Mess- und Prüfabonnements zu günstigen Bedingungen an. Diese umfassen die regelmäßige und rechtzeitigen Erinnerung sowie die Durchführung der gesetzlichen Überprüfung nach der BGV A3. Arzt und Mitarbeiter der Praxis brauchen sich somit nicht mehr gesondert um die regelmäßige Erfüllung dieser Pflicht bemühen. Die Verantwortung für die termingerechte Erfüllung der Vorschriften und die Prüfungsabwicklungen werden an die Elektrofachkraft (Meisterbetrieb) übertragen.

Grundlage dieses Artikels ist der Inhalt der Bestimmungen der Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik, Nachzulesen im Internet unter www.bgfe.de

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